Das Ich aus dem Wir
drueberleben.wordpress.comUnweigerlich stellen sich die Fragen: Habe ich mich etwa im Zustand des „Wir“ nicht ausgelebt? Habe ich mich nicht um mich gekümmert? Habe ich etwa keine Ahnung, wer ich eigentlich bin, wenn ich kein Wir bin? Und wenn das so ist: Heißt eine Trennung nichts anderes mehr, als eine Optimierung des Ichs, auf dass beim nächsten Mal alles besser läuft, der Partner besser ist, die Beziehung besser ist, das Subjekt ein besseres ist?
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Generation “Fick Dich”
drueberleben.wordpress.comDas Telefon klingelt, meine Mutter ist dran. Sie fragt, wie es mit dem Buch laufe, ich sage, dass es gut laufe, sie fragt, was ich gerade sonst so mache, ich sage, ich säße gerade im Schlüpper vor dem Computer und mache mir Gedanken über meine Generation und sie sagt, ach, das würde ich auch gerne, so im Schlüpper vorm PC und einfach mal nachdenken.
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Bärenfelle zu verschenken
drueberleben.wordpress.comNatürlich ist das kein Allgemeinplatz und kein Rezept für alles. Aber im Grunde würde ich mal ganz frech behaupten, dass das der einzige Weg ist, sich langfristig aus den Monsterklauen zu befreien: Bären töten und Umstände ändern, gegen sich selber stark sein, gegen sich selber kämpfen und sich zutrauen, ein glücklicher Mensch zu werden.
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The real sky
drueberleben.wordpress.comIch habe mich aufgerissen, in einer Bar am Ende der Welt, habe mir mit Geschrei und Mut das Herz und die Lippen blutig geschlagen, bin nach Hause gewankt, in sechs Räume, in denen meine Fingerabdrücke auf dem Boden kleben, weil ich meine Hände auf alles drücke, was unterhalb meiner Füße liegt, damit ich nicht vergesse, dass ich da bin, dass ich stehe, dass unter mir noch etwas ist und zwar ein Boden und ein Stockwerk und eine Straße und eine Kanalisation und so lange das so ist, bin ich nicht ganz unten angelangt.
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Guten Tag, Sie sind ein Arschloch.
drueberleben.wordpress.comNun, wie konnte das passieren? Ganz einfach: Durch so ein Arschloch von Arzt, der mitbekommen hat, dass ich Paroxetin einnehme und schon einmal in psychiatrischer Behandlung war. Durch die simple, dumme Stigmatisierung eines Menschen, den man in eine Schublade gepfercht hat einzig und allein aufgrund der Tatsache, dass er jemals psychiatrische Behandlung in Anspruch genommen hat.
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sich sichern
drueberleben.wordpress.comIch sah mich um, sowohl in meiner Wohnung, in meinem Freundeskreis und in meiner Stadt als auch in meinem Inneren und entdeckte: Etwas ganz Entscheidendes war weggefallen, hatte einen Tauschhandel mit etwas Neuem gewagt ohne mein Wissen: Die Sorglosigkeit hatte dem plötzlichen Wunsch nach Sicherheit Platz gemacht.
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drüberleben
drueberleben.wordpress.comManchmal reicht ein winziger Moment aus, um ein ganzes Leben wieder in die Vorschule zu schicken, um ihm beizubringen, dass das Leben Leben braucht, dieses wütende, stinkende, grausame, schöne Leben da draußen und dann laufen die Beine los, Richtung weiß-noch-nicht und am Ende merkt man, dass das gar kein Laufen, sondern tanzen ist, dass das gar keine Tränen, sondern vermissen ist, dass das gar nicht wow, sondern echt ist, dass das alles so echt ist, dass man gar nicht anders kann, als mitzumachen, während man schon mittendrin steckt.
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Generation “Fick Dich”
drueberleben.wordpress.comIch sitze also vor meinem Computer zu einer Zeit, die ich mir selber ausgesucht habe und dass das ziemlich gut ist zu arbeiten, wann man das möchte, das weiß ich, seitdem mein Freundeskreis zu einem Teil aus Festangestellten besteht und die sicher nicht im Schlüpper und rauchend vor ihrem Computer sitzen, so wie ich jetzt gerade. Das Telefon klingelt, meine Mutter ist dran. Sie fragt, wie es mit dem Buch laufe, ich sage, dass es gut laufe, sie fragt, was ich gerade sonst so mache, ich sage, ich säße gerade im Schlüpper vor dem Computer und mache mir Gedanken über meine Generation und si[…]
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drüberleben
drueberleben.wordpress.comAber mein Gott, wie einfach es doch ist, sich selber so sehr zu ignorieren, dass man sagen kann: Ich bin alleine in diesem Raum, huhu, siehste, da ist keiner, nicht mal ich. Natürlich kann man sich so sehr ignorieren, dass man noch nicht einmal sagen kann, dass man alleine ist, weil man ja schon gar nicht mehr da ist, um so etwas zu sagen. Und natürlich kann man das Phase nennen. Oder „schlechte Zeit“ oder „hmhmhm, noch ein Wein?“.
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Wagt euch!
drueberleben.wordpress.combleibt so, wie ihr seid. Bleibt so offen und frei und klug und liebevoll mit den Büchern, die ihr lest. Und lasst euch von keinem Krüger und keinem Scheck, von keiner Radisch, keiner Westermann und erst recht keiner Weßling dieser Welt erzählen, was ihr zu lesen habt und was nicht.
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