Das ist doch verboten!
spex.deMenschen nutzen illegale Angebote nicht, um den Künstlern zu schaden. Das Internet bietet den geradezu grenzenlosen Zugriff auf die Kultur und Kunst dieser Welt, und diesen nicht zu nutzen, wäre dämlich. Wenn dieser Zugriff nun an einigen Stellen nicht ganz legal ist, dann scheißen speziell junge Leute mit begrenzten Budgets auch mal darauf, was in gewisser Hinsicht eine digitale Version von Rock’n’Roll ist.
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Für Die Allerbesten Staatsbürger
spex.deDenn was genau ist ein »nationaler Künstler« oder eine »nationale Kollaboration« – sind das wirklich sinnvolle Kategorien, um über Pop zu diskutieren? Tatsächlich ist es eine enorme Peinlichkeit, dass beim Echo Kritikerpreis die Staatsbürgerschaft als maßgebliches Kriterium gilt.
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Schüttelwahn & Auschwitz
spex.deGenau das macht es auch so schwierig und meine Arbeit umso wichtiger, weil alle diesen genuinen Identitätsverlust beklagen. Es ist ein Trugschluss, zu glauben, dass man – trotz aller Aufsplitterung in Milieus, digitalen Welten, Diviersierung der Gesellschaft durch Subkultur usw. – sich komplett von allem lösen könnte.
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Ólafur Arnalds / Lubomyr Melnyk
spex.deAngesichts prekärer Lebensumstände, digitaler Reizüberflutung und latenter Selbstoptimierungszwänge wächst anscheinend das Bedürfnis nach Fluchtmöglichkeiten und emotionaler Intensität. Dem kommt neben den weichzeichnerischen Klängen der Folk-Rezeption auch die Art Musik entgegen, die unter dem unglücklich gewählten Begriff Neo-Klassik subsumiert wird. Klassisches Instrumentarium flirtet mit elektronischen Sounds und Pop: eingängig und doch nicht anspruchslos, einfühlsam und trotzdem lebendig – gehobenes Feierabendprogramm für gestresste Seelen.
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Sei Du selbst und Du bist schön
spex.deÄhnliches hat man zwar oft gesehen, doch das Besondere von »Precious« steckt im Detail – einem Detail, das in diesem Fall das Gegenteil von kleinteilig ist: Es liegt in der Gestalt der Figur, in ihrem massigen Körper. Paradoxerweise sind es ja neben den Alten die unübersehbar Dicken, die gesellschaftlich zu Unsichtbaren werden; man nimmt sie allenfalls als störendes, massiges ›Zuviel‹ wahr. Precious hat die häufig gehörte Beschimpfung längst als Selbstbeschreibung übernommen und spricht in ihren inneren Monologen von sich als »my fat ass« und davon, dass andere sie als »ugly[…]
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Phantom Ghost Pardon My English
spex.dePosen, Stil und Dandyismen, der ins gehobene Bürgertum abgestiegene Adel; man trifft sich in Zwischenwelten, Hochkultur mag man die schon nennen, auch hier eine eigene Gesellschaft mit eigener Moral. Phantom Ghosts Vaudeville ist ein europäisches; wenn Broadway, dann mit einem Westend-London-Blick auf Irving Berlin, Cole Porter, Charles Strouse. Und so ersetzt von Lowtzow in Smashing New York Times, der einzigen Coverversion des Albums, frech das Time Magazine durch Q.
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Die »Hipster« zwischen Schimpfwort und Phänomen
spex.deHinzu kommt, dass kaum ein Hipster als solcher benannt werden will. Das ist nicht überraschend: Wenn es beim Hipsterism um cooles Geheimwissen geht, hat kein Hipster ein Interesse daran, für Außenseiter (Touristen!) als solcher erkennbar zu sein. Was dem Außenseiter – oder dem Hipster in Selbstverteidigung gegen Wanna-bes – wiederum ermöglicht, »Hipster« als Schimpfwort zu benutzen
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