Kleine Anmerkung zum Weihnachtsmann
herzdamengeschichten.deGenau so glauben viele Erwachsene auch. Nicht mehr an den Weihnachtsmann, aber an ihren Gott, an die Homöopathie, an die Vollbeschäftigung, an die Zukunft der gedruckten Zeitung, an den Wahlerfolg der SPD, an die reine Seele Obamas, an die Schuld der Migranten an allen Übeln, an was weiß ich. Es geht mir nicht darum, Beleidigungen auszusprechen, es geht einfach um den Glauben fern der Wissenschaft und fern der beinharten Erfahrung. Um den Glauben, der Bestand hat, auch wenn jeder Beweis fehlt oder gar fehlschlägt, auch wenn der Glauben immer wieder und wieder durch das Bodenpersonal e[…]
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Drei
herzdamengeschichten.deDrei. Wenn man ihn fragt, wie alt er ist, dann sagt er vier und hebt fünf Finger. Drei ist ein sehr cooles Alter. Es gibt Fünfjährige, die eine Tüte Capri-Sonne noch nicht aufbekommen, Sohn II kann das schon seit einem halben Jahr. Er braucht manchmal eine halbe Stunde dafür, denn das ist wirklich sehr schwer, den Strohhalm da ins Loch zu fummeln, aber er konzentriert sich, hält durch, müht sich, schafft das. Macht danach dann großzügig auch noch die von seinem großen Bruder auf.
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Karneval (2)
herzdamengeschichten.deMütter, bei denen alles im Haushalt süß und niedlich aussieht, wenn nicht sogar bezaubernd oder gar hinreißend. Und wenn man in einem solchen Haushalt ein paar Stunden zu Gast war, geht man irgendwann nach Hause, sieht sich um und denkt, man lebt im Slum.
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Der Knopf, den es nicht mehr gibt
herzdamengeschichten.deUnd wann immer etwas in der Software nicht ging, drückten sie solange auf den Knopf, den es nicht mehr gab, bis es endlich doch wieder ging. Denn die meisten Fehler erledigen sich natürlich irgendwann von selbst. Und diese Geschichte erklärt über Software-Support eigentlich alles, was man wissen muss. Und über Religionsgründung.
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Die berittenen Buddenbohms
herzdamengeschichten.deUnd schon war ich oben. Na gut, nicht ganz. Schon lag ich quer über dem Pferd und dachte intensiv darüber nach, wie denn das Aufsteigen bloß früher ging, während die Söhne fragten, was Papa da denn machte und die Reitlehrerin und die Herzdame mir ernsthaft versicherten, dass man mir das wirklich gleich ansehen könne, dass ich früher sehr viel geritten sei.
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Einkehr
herzdamengeschichten.deEr sieht aus dem Fenster und erklärt mir die Stadt und die Autos, „guck, ein Theater“, sagt er vor dem Schauspielhaus und ich habe keine Ahnung, woher er das weiß. „Da wird gespielt, aber nur mit Erwachsenen.“ Der Junge kennt sich aus, wie es scheint. Guck, der Bahnhof, guck, die Bücherei, guck, der Spielzeugladen, guck, die Feuerwehr! Vor dem Rathaus will er aussteigen, Rathaus klingt gut, findet er.
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Wohnen in bester Lage
herzdamengeschichten.deMan hätte den Stadtteil jetzt gerne medium – ein wenig renoviert, ein wenig schick, ein wenig romantisch verkommen, ein wenig launisch bunt, ein wenig multikulti, ein wenig schwul, aber alles genau im mittleren, korrekten Wohlfühlbereich. Aber medium können Städte nun einmal nicht oder immer nur ganz kurz, Stadtteile sind entweder raw oder well-done. Und unser kleines Sankt Georg ist allmählich in der Tat gut durch. Und gut durch, das will dann am Ende immer keiner bestellt haben, das kennt man ja. Und es schmeckt auch wirklich nicht.
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Mumien, Monster, Mutationen
herzdamengeschichten.deVermutlich war es daher eine der Tiefpunkte seines Lebens, als er zu Halloween in einem kunstvoll gestalten „Fürst der Finsternis“-Aufzug in die Kita ging, und ihn die Kindergärtnerin morgens mit „Oh, wie süß, ein kleiner Mönch“, begrüßte. Der Fürst der Finsternis sah nach dieser unwürdigen Begrüßung aus, als würde er die Heerscharen der Hölle an die Front kommandieren wollen, allerdings hatte er dafür nur den hinter ihm gehenden Sohn II zur Verfügung, der in seinem Fledermauskostüm leider nicht sehr beängstigend, sondern vielmehr unwiderstehlich niedlich aussah. Beson[…]
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Markenbindung, Sascha Lobo, Schneewittchen und ein sehr altes Pferd
herzdamengeschichten.deAuf dem Weg zu einer Theatervorführung von „Schneewittchen“ im Kindergarten, bei der Sohn I den ersten Zwerg spielte, kamen wir an einem Punk vorbei, der vor Nahkauf auf dem Fußweg saß und bettelte. Gleiche Frisur wie Sascha Lobo. Ausgestreckte Hand, haste mal nen Euro, ey? Und Sohn I geht vorbei und sagt: „Guck mal, ein Lobo.“ Wenn man es so zu einem Gattungsbegriff geschafft hat, das ist schon etwas, finde ich.
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Wie man richtig auf den Hamburger Dom geht
herzdamengeschichten.deDie Eltern stehen am Kassenhäuschen, schon dreht sich alles und man lehnt sich hinaus, um sich noch schneller zu drehen, biegt sich nach hinten, hält die Hand in den Fahrtwind, um mehr zu spüren von der Zentrifugalkraft, man sieht den ganzen Dom zu einer bunten Masse zusammenschmelzen, einer bunten, lärmenden Masse und die Eltern verwischen am Rand und es kribbelt im Magen und es ist schön, schön, schön.
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Der Erikativ und mein Liebesleben
herzdamengeschichten.de“Begatt” ist nun zweifelsfrei einer der besten Erikative, den ich je gelesen habe. Leider ist es auch ein ganz besonders einprägsamer. Ich meine, das habe ich etwa 1987 gelesen und ich habe seit dem quasi kein einziges Mal mit einer Frau geschlafen, ohne … ach, egal.
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Blogsport: Hafencity
herzdamengeschichten.deIn einigen Büros brennt Licht, aus einem Fenster wird eine Zigarette gehalten und wenn man ganz leise ist und genau hinhört, läuft irgendwo ein Fernseher, in einem dieser nach wie vor seltsam leer aussehenden Luxuswohnwürfel.
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Der doppelte Wolf des Dezembers
herzdamengeschichten.deGar nicht weit von hier ist das Borchert-Denkmal an der Alster, mit dem berühmten Satz „Wir sind die Generation ohne Bindung und ohne Tiefe, unsere Tiefe ist Abgrund“. Und wenn man sein Werk liest und dann den Schnurre liest, dann hart man den ganz leisen Gedanken, was für ein unfassbares Wunder es ist, dass nach 45 überhaupt noch etwas weiterging.
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