Verschwörungstheorie
modeste.twoday.netÜberdies - mein Gott, so ein Baby schläft 12 Stunden am Tag, das reicht für einen Haufen Bücher und Filme. Selbst ein waches Baby liegt ja meistens einfach so auf seiner Decke und spielt fröhlich brabbelnd mit herabhängenden Rasseln oder versucht vergeblich, einen großen Plüschwürfel vollständig in den Mund zu stecken. Da kann man gut daneben sitzen und die Süddeutsche lesen, so beispielsweise.
Hört doch endlich auf zu jammern!
modeste.twoday.netAuf der anderen Seite: Auch wenn es keine Mutter gern zugibt - man hat schon ziemlich viel frei und sitzt irgendwo im Café. Ich beispielsweise habe lange nicht so viel geschlafen, ewig nicht soviel gelesen, und wer nicht gerade alleinerziehend ist, kommt abends auch einmal ein bißchen vor die Tür.
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Das Scheusal
modeste.twoday.netWelchen außerordentlichen Wert andere Leute der Beherrschung von Fremdsprachen bei Kindern beimessen, hat sich mir nämlich nach wie vor nicht erschlossen. Sollen die den alle Simultandolmetscher werden? Noch mein Großvater hielt die Fremdsprachenbeherrschung (und er sprach einige) für eine Schlüsselqualifikation vor allem für Kellner und Portiers. Macht es denn andere Leute nicht stutzig, dass wir alle, die wir da sind, mit unseren lächerlichen paar Jahren Schulenglisch in Brüssel verhandeln, in London lehren oder von Aachen aus mittels englischsprachiger Aufsätze die Ingenieurswelt r[…]
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28.03.2012
modeste.twoday.netIch telefoniere und mache mich über die absurden Gender-Statements der Piraten lustig, bei denen ich nicht verstehe, wer sie und wieso eigentlich wählt. Dass eine Partei "nicht etabliert" ist, reicht doch für einen normalen Menschen keineswegs aus, um eine postive Wahlentscheidung zu treffen. Man zieht doch auch nichts an, nur weil es ganz neu und bisher noch nicht weit verbreitet ist. Und wie habe ich mir jemanden vorzustellen, der Netzpolitik allen Ernstes für ein Thema hält, das so wichtig ist, dass es Ökologie, Wirtschaft und die meisten gesellschaftlichen Themen so überlagert, dass[…]
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Frau Modestes Guide zu sehr entspannter Mutterschaft (2)
modeste.twoday.netÜberhaupt halte man sich - online wie offline - von Leuten fern, die schrecklich feste Vorstellungen vom Leben mit kleinen Kindern haben, und sich nicht scheuen, die bei jeder sich bietenden Gelegenheit auszubreiten. Machen Sie sich klar: Die anderen wissen es auch nicht besser. Die sind nur lauter. Insofern gilt: Machen Sie es sich bequem. Und stellen Sie schon einmal den Sekt kalt, denn das nächste Jahr wird Ihr Jahr: Das Jahr der entspannten Mutter.
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Die drei Phasen der Erkältung
modeste.twoday.netIn dem Raum, in dem die Frau sitzt, ist es bullig warm. Auf dem Tisch schwitzt eine Orchidee. Ein Dutzend Akten auf und unter dem Besprechungstisch japst nach Luft. Manche Büroklammern haben Ausreiseanträge nach Grönland gestellt. Die Frau aber friert: Trotz der tropischen Temperaturen trägt sie einen wolligen Shawl. In den Händen hält sie eine dampfende Tasse Pfefferminztee. Aus den grobgestrickten Ärmeln ihrer Jacke ragt ein halber Zentimeter Gänsehaut.
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Elend Einfamilienhaus
modeste.twoday.netAuf Schlag ist das Haus viel zu groß. Statt vier bis fünf Personen, die schlafen, umherlaufen, Besuch haben oder duschen, sitzen zwei Fünfzigjährige im Wohnzimmer und lesen in der FAZ. Freunde kommen immer noch äußerst spärlich vorbei. Um selbst überhaupt noch vor die Tür zu kommen, hat man ein Abo in der Philharmonie. Man trifft sich mit anderen älteren Ehepaaren ab und zu in Weinbars oder Restaurants, in denen man dann nicht so viel trinkt, weil ein Taxi nach Griebnitzsee von Mitte aus ganz schön teuer ist, wenn man zwei Kinder hat, die studieren, und irgendwann ist man dann alt.
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Oktober, 5
modeste.twoday.netDass es trotzdem besser ist, es gibt das alles, weiß ich inzwischen, denn wenn die Zahnarztgattinnen fehlen, reicht es nicht mehr in den kleinen Städten für die Kulturvereine, die Lesungen in der Buchhandlung am Marktplatz und die Haumusik für gute Zwecke. Dann gibt es nur noch die Solarien und das Multiplexkino und die Leute, die man sehen kann, wenn man im Alexa etwas kauft.
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Blaubart und Eisente
modeste.twoday.netIrgendwann saß die L. also neben einer Frau, die ihr ganz auffällig ähnelte. Also sehr, sehr. Nun sehen diese Hamburgerinnen ja alle so ein bißchen ähnlich aus. Der Hamburger Genpool ist nämlich nicht so groß. Die Ähnlichkeit dieser Frau mit der L. ging über die normale Ähnlichkeit aller Hamburgerinnen untereinander aber deutlich hinaus. Sie hätten Schwestern sein können oder nicht so ganz perfekte Kopien.
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Geistliche Geschichten
modeste.twoday.netDass in der Freikirche, der die Eltern meines Bekannten L. angehören, zu Weihnachten barfuß getanzt werden musste, ist dagegen schon fast alltägliche Routine. L. tanzt seit Jahren nicht mit und kommt deswegen nach Ansicht seiner Familie vermutlich leider in die Hölle. Letztes Jahr war er stattdessen im Berghain tanzen, was die Sache wohl in den Augen seiner Familie nicht besser macht, auch wenn wir als sicher voraussetzen dürfen, dass Gott, der Allmächtige, der Schöpfer des Himmels, der Erde und der organisierten Religionsausübung in dieser Hinsicht fünf gerade sein lässt, denn der H[…]
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Melancholie Modeste
modeste.twoday.netDu wärst gern schön gewesen, seufze ich mir zu
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Probleme, Probleme (über die man viel zu selten spricht)
modeste.twoday.netEin schwarzer Kinderwagen signalisiert nicht, du seiest ungewöhnlich stilsicher, sondern sieht eher so aus, als seiest du eine leicht gealterte Gothic-Braut, und in deinem Wagen liege nicht dein abgöttisch geliebtes Kind, sondern der kleine Vampir.
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