Die Inhaftierung dieser drei jungen Frauen (und ihre Haftbedingungen, die offenbar an Folter grenzen und von ihnen auch so genannt werden) bedeutet eine Art Zeitknoten. Noch kann das Land zurück auf den Boden des Rechts, das immer erkämpft werden muß, ja, auch durch Singen, Zucken, Tanzen, Schreien, egal, durch alles, was gesehen und gehört werden kann. Aber wenn diese drei Pussy Riot wirklich eingesperrt werden sollten, dann sperrt sich Rußland selber ein. Dann ist der Tanzboden, egal, wo er sich befindet ─ er darf sich überall befinden, er soll sogar! ─ geschlossen. Und dann fängt[…]
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mlampin Elfriede Jelinek über Pussy Riot.
"Animals are changing, and I cannot tell you why."—Inusiq Nasalik, 88-year-old inuit elder, September 6, 2004
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mlampin Eine Reportage vom grandiosen John Jeremiah Sullivan über Vorfälle, die sich in den letzten Jahren mehren: Eigentlich harmlose Tiere greifen unvermittelt Menschen an. Ein heftiger Aufsatz mit einer grandiosen Pointe.
In a strange way, recently memory has also become very important for everybody, as we are always sold the idea of capture and recollection via the internet these days. Store your life, manage your memories, share your experiences, to the point that [there are] people out there who feel under so much pressure to do this that they don’t actually live at all now.
Im Nebenzimmer war Heines in homosexueller Betätigung. ›Das alles wollen Führer in Deutschland sein‹, sagte der Führer gequält. Heines führte eine Heulszene auf: ›Mein Führer, ich habe dem Jungen nichts getan.‹ Und der Lustknabe küßt vor Angst und Wehe seinen Liebling auf die Backe. Amann erzählt: Nie habe der Führer sich an einem Menschen vergriffen, jetzt aber hätte er den Lustknaben gepackt und voller Ekel an die Wand geschmissen. Im Korridor kommt dem Führer eine hagere Gestalt entgegen mit rot geschminkten Wangen. ›Wer sind Sie?‹ – ›Der Zivildiener des Stabchef[…]
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mlampin Könnte aus einem Trashfilm stammen. Ist aber wohl real passiert.
Die Reichsbewegung hat zwei mit Musik unterlegte Propagandavideos online gestellt, eines davon mit Musik von den Söhnen Mannheims. Der esoterische Schnulzensänger Xavier Naidoo macht nicht zum ersten Mal deutlich, dass er offenbar an bestimmte Theorien glaubt, die in der Verschwörungsszene durchaus beliebt sind.
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mlampin Marcel Reich-Ranicki in der FAS.
Wenn ein NPD-Abgeordneter im Sächsischen Landtag Israel als Schurkenstaat und Gefahr für den Weltfrieden darstellt und behauptet, Israel führe die USA am Nasenring durch die weltpolitische Arena, rümpfen die Abgeordneten der demokratischen Parteien pikiert die Nase, wenn Günter Grass, Peter Sloterdijk, Jakob Augstein oder andere Multiplikatoren ähnliches äußern, applaudieren viele begeistert.
Bis auf wenige Ausnahmen glaubt das Feuilleton fest daran, Grass sei ein bedeutender Autor, und weil ihm der Literaturnobelpreis verliehen wurde, hält sich dieses Missverständnis hartnäckig. Grass wurde jedoch nicht damit ausgezeichnet, weil er ein großer Schriftsteller ist, sondern weil er einer der größten Kulturbetriebsintriganten ist, der, wie Heinar Kipphardt einmal schrieb, »mit der SPD in alle Arschlöcher kriecht, in das des Papstes inklusive«.
Denn was genau ist ein »nationaler Künstler« oder eine »nationale Kollaboration« – sind das wirklich sinnvolle Kategorien, um über Pop zu diskutieren? Tatsächlich ist es eine enorme Peinlichkeit, dass beim Echo Kritikerpreis die Staatsbürgerschaft als maßgebliches Kriterium gilt.
In dieser Situation bieten Unheilig Orientierung – gerade, indem die Songs keine klare Richtung vorgeben. Stattdessen funktionieren sie wie Horoskope: So geschickt sind die Sinnsprüche formuliert, dass sie auf jede menschliche Situation angewendet werden können. „Der Graf“ ist ein Meister dieser hohlen Phrasen, ein Künstler der bedeutungsschwangeren, allgemeingültigen, aber schlussendlich leeren Metapher.
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ellebil sehr schön auch, dass "der schönste Sarg aus Freiburg von Cascada design (kam)".
Die Dialoge funktionieren dementsprechend: Böhmermann stellt die schwerwiegende Frage, ob Stuttgart überhaupt einen Bahnhof brauche („Wer will denn dahin?“). „Also ich hab’ eine Patenschaft für einen Baum übernommen“, quatscht der „Herr“ Deluxe dazwischen. Im Kontext bekennt Palina Rojinski dann offenherzig, sich auch für Bäume und den WWF einzusetzen. Da hakt Roche dann allerdings knallhart nach: „Du sammelst aber nicht nur die Bilder bei Rewe.“ Nein, tut sie nicht.
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