Wir vergessen meist, dass Eigentum Verhandlungssache ist. Der Satz „Das gehört mir“ kann jederzeit infrage gestellt werden durch ein „Sagt wer?“ oder „Wieso?“. In Krisen nehmen die Herausforderungen an das Eigentum zu. Es ist höchste Zeit, dass wir massives Vermögen grundsätzlich infrage stellen. Es gefährdet das Gemeinwohl und ist durch nichts zu rechtfertigen. Wer das Thema umgeht, ist der Vermögensverteidigungsindustrie anheimgefallen, die neben der Geldwäsche auch die Gehirnwäsche beherrscht.
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Frauen zu Schoßhündchen zu machen war im Biedermeier eine gesellschaftliche Idee, deren Sinn darin lag, die Härten des Frühkapitalismus abzufangen. Damals erschienen die großen Frauenromane, Effi Briest, Anna Karenina, Madame Bovary – Frauen galten als diejenigen, die noch Liebe empfanden in einer kalten, funktionalen Gesellschaft. Ist es Zufall, dass gerade heute die Frauen wieder zu besseren Menschen stilisiert werden? Geht es darum, dem entfesselten Kapitalismus, vor dem sich derzeit viele fürchten, ein menschliches Antlitz zu verleihen, ohne die tieferen Strukturen infrage zu stell[…]
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Im Endeffekt ist dieses Programm wirklich vergleichbar mit einem Fahrradhelm, welcher das Kind aber nicht schützen kann, wenn es überhaupt nicht gelernt hat vernünftig Fahrrad zu fahren und sich im Straßenverkehr richtig zu verhalten. Wenn das Internet der Straßenverkehr ist und man den heimischen Computer mit dem Fahrrad vergleicht, würde doch auch kein Elternteil auf die Idee kommen, sein Kind auf ein Fahrrad zu setzen, einen Helm auf den Kopf zu schnallen und es dann alleine auf die Straße lassen.
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Es gibt keinen Fachkräftemangel. Der einzige Mangel ist an Fachkräften, die für Hungerlöhne zu arbeiten bereit sind.
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Der Autor schreibt darüber, wie es ist, ein Jahr lang Mitglied der Linken zu sein. Er ist erstaunt über das unbekannte Milieu, in dem er sich auf einmal bewegt: »In meiner Familie ist keiner arbeitslos, keiner in einer Gewerkschaft, die meisten sind selbstständig, gut situiert, viele Ärzte, ein paar Anwälte.« Derartige Artikel sind seit einigen Jahren in Mode. Mal wird ein halbes Jahr lang das Internet boykottiert, mal ein ganzes Jahr lang jeden Tag dasselbe Kleid getragen. Eine Freundin, in der DDR aufgewachsen, vermutet, hier versuchten Leute, die nie vor existenziellen Problemen sta[…]
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– all das wird verdrängt durch den dieser Tage so leichtgängigen Fetisch „fleißige, starke Frau“. Als ob Fleiß notwendig zum Erfolg führe, als ob der Alltag nicht täglich vorführe, dass Machtpositionen keineswegs verlässlich an Leistungsträger verteilt werden, als ob Erfolglosigkeit ein Verbrechen wäre. Was für eine Naivität.
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