Es wird immer etwas geben, das irgendjemanden triggert. Sei es „Fotze“, sei es „Abtreibung“ oder eben „Neger“. „Dass die Sprache ein Trauma in sich trägt, ist kein Grund, ihren Gebrauch zu untersagen. Es gibt keine Möglichkeit, Sprache von ihren traumatischen Ausläufern zu reinigen und keinen anderen Weg, das Trauma durchzuarbeiten, als die Anstrengung zu unternehmen, den Verlauf der Wiederholung zu steuern.“
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Es wird immer etwas geben, das irgendjemanden triggert. Sei es „Fotze“, sei es „Abtreibung“ oder eben „Neger“. „Dass die Sprache ein Trauma in sich trägt, ist kein Grund, ihren Gebrauch zu untersagen. Es gibt keine Möglichkeit, Sprache von ihren traumatischen Ausläufern zu reinigen und keinen anderen Weg, das Trauma durchzuarbeiten, als die Anstrengung zu unternehmen, den Verlauf der Wiederholung zu steuern.“
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Stefan D. Harald Martenstein schrieb mal: „Meiner Meinung nach ist der Kampf gegen sprachliche Diskriminierung mit der Magersucht vergleichbar. Es ist vernünftig, maßvoll zu essen, und es ist richtig, gegen Diskriminierung die Stimme zu erheben. Wenn man es aber übertreibt, dann wird in beiden Fällen eine Krankheit daraus.“
torschtl Genau der Grund, warum mir die politische Korrektheit auf die Nüsse geht.
kunstreich Nun, allerdings zielt der Text und das Zitat ja gerade nicht darauf ab, die strukturelle Macht der Wörter zu unterschätzen, sondern »politische Korrektheit« nicht überzustrapazieren, um Verständigung zu erhalten. Das ist ein sehr wesentlicher Unterschied.
torschtl Ja. Und ich hasse es, wenn einem einmal etwas politisch nicht korrektes über die lippen kommt und dann gleich immer eine welle gemacht wird als gäbs kein morgen mehr.
kunstreich Ja, aber Butler sagt ja eben, dass diese Welle das Richtigste ist. Und man darüber reden können sollen muss. Also beide: Sowohl Wellenmacher als auch die beleidigte Leberwurst. Die Wellenmacher sollen eben gerade nicht die Klappe halten. Sondern weniger stark aburteilen …