Das crossmediale Bohei, das um das (politisch eigentlich überflüssige) Amt des Bundespräsidenten veranstaltet wird – ein Amt, das kaum einen Journalisten jemals ernsthaft interessiert hat – ist ein psychohygienisches Rätsel. Und ein Symptom. Aber für was? Gab es im deutschen Journalismus eine moralische Ruck-Rede? War es die Sehnsucht nach dem guten Prinzen? Oder schmerzt einfach die herbe Enttäuschung, dass es wieder nur ein Frosch ist?
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Selbst Blogger sorgen sich neuerdings um „die Würde des Amtes“ und rufen wegen eines zinsgünstigen Hausdarlehens „eine Staatskrise“ aus. So viel deutsches Pathos hätte man den Netz-Feuilletonisten gar nicht zugetraut. Allerdings auch nicht den Mutwillen, sich Kai Diekmann unbedingt als neuen Ed Murrow schön saufen zu wollen. Wer vor der BILD-Zeitung einen Knicks hinlegen will, muss eben in die Knie gehen.
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